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Spielbericht

Altstätten punktet gegen Rüthi

Der FC Altstätten entschied ein über weite Strecken schwaches Derby gegen Rüthi in der 77. Minute. Lange sah es nach einem torlosen Remis aus, angesichts des leichten Altstätter Chancenplus ist der 1:0-Sieg jedoch nicht unverdient.
Samuel Tanner

Vor dem Spiel zwischen Altstätten und Rüthi einen Favoriten zu benennen, war schwierig. Beide Teams starteten mit einem Punkt aus zwei Spielen in die Saison und sind in etwa gleich stark zu bewerten. Zu dieser Ausgeglichenheit kamen einige interessante individuelle Duelle dazu, die dem Spiel etwas Brisanz verliehen. So spielten die beiden Bojaxhi-Brüder Argurian (FCA) und Granit (FCR) gegeneinander, zudem traf das ehemalige Altstätter Trainerduo Frisenda/Castrovinci auf die ehemaligen Kollegen.


Altstättens Julian Bösch (links ) sorgte in der 77. Minute für die Entscheidung zugunsten seines Teams. Bild: Samuel Tanner

Gute Altstätter Anfangsphase

Das Gästeteam von Patrick Haldner startete besser in die Partie und schon in der 6. Minute hätten sich die Rüthner nicht beklagen können, wenn Schiedsrichter Daniel Bührer einen Handspenalty für Altstätten gepfiffen hätte. Rüthi ermöglichte dem Gast einfache Chancen. Die Defensive hatte Probleme in der Vorwärtsbewegung, lange waren die Bälle nie in Rüthner Besitz. In der 11. Minute verpasste Zinko eine blendende Chance, und auch Gächter scheiterte später aus bester Schussposition (38.). «In den ersten zwanzig Minuten spielten wir unser Spiel», sagte Patrick Haldner nach der Partie, «nur an der Chancenauswertung haperte es.»

Nach der guten Altstätter Anfangsphase sank das Niveau jedoch merklich. Die Mannschaften neutralisierten sich in der Spielmitte und verstrickten sich in unzählige Zweikämpfe. Haldner sprach von einem «erwarteten Abnützungskampf». Rüthi präsentierte sich offensiv recht harmlos – nur Mattle (10.) und Bucciol (35.) erschienen in der ersten Spielhälfte gefährlich nahe vor dem Tor, reüssierten aber nicht. Rüthis Abwehrchef Jürg Göldi sprach in diesem Zusammenhang von «mangelndem Wettkampfglück» seiner Mannschaft.

Dazu kam in der 47. Minute der Platzverweis von Fabian Buschor, der dem Heimteam zusätzliches Ungemach einbrachte. Dass diese personelle Ungleichheit nicht sofort augenscheinlich war, spricht für die Rüthner Kampfmoral – zu mehr reichte es aber nicht mehr. Die weiterhin mangelnde Spielkultur und diverse Ungenauigkeiten verhinderten gute Torchancen – die «letzten Pässe» blieben aus, wie Göldi im Anschluss treffend analysierte. Das Kopfballtor von Julian Bösch aus dem Fünf-Meter-Raum sorgte in der 77. Minute für die Entscheidung – aufgrund des leichten Chancenplus verdient, kommentierte der erleichterte Trainer Patrick Haldner. In der Folge setzte FCR-Coach Franco Frisenda alles auf eine Karte, wechselte zusätzliche Stürmer ein und löste die Abwehr beinahe auf – Rüthi blieb aber trotz all dieser Anstrengungen harmlos. Beinahe hätte Raffael Bösch in der 94. Minute mit einem Konter den Vorsprung noch ausgebaut, doch so blieb es bei einem nicht unverdienten 1:0-Sieg der Altstätter.

«Den Kopf nicht hängen lassen»

In Rüthi nun bereits Panik zu verbreiten wäre jedoch unangebracht. Vor Jahresfrist hatte man noch keinen einzigen Punkt erkämpft – schliesslich schloss man die Saison hervorragend ab. Göldi sagt: «Wir haben bis am Schluss gekämpft, die Moral stimmte, wir dürfen jetzt den Kopf nicht hängen lassen.» Mannschaften werden in der heutigen weiten und schnelllebigen Welt des Fussballs oft zu früh abgeschrieben. Bei Rüthi ist man gut beraten, damit noch zu warten.

Telegramm:

Rüthi – Altstätten 0:1 (0:0).

Rheinblick, Rüthi – 170 Zuschauer – SR: Bührer.

Tor: 77. Julian Bösch.

Rüthi: Manser; Ammann, Buschor, Mattle, Bucciol, Haldner, Kulici, Andrade (89. G. Bojaxhi), Göldi (71. P. Schneider), M. Schnei- der, B. Schneider (69. A. Büchel).

Altstätten: Gassner; Balmer, Brunner, M. Breu, Gächter, J. Bösch, Lüchinger, Zinko (53. K. Steiger), A. Bojaxhi (53. R. Bösch), C. Fehr (70. Skenderovic), Ritter.

Gelbe Karten: 44. Andrade (Reklamieren), 45. Buschor (taktisches Foul), 90. P. Schnei- der (Foul).

Gelb-rote Karte: 47. Buschor (Foul).

Quelle: www.rheintaler.ch

 


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