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Spielbericht

Rüthi verliert mit 1:2 gegen den FC Diepoldsau

2. Liga regional, Gruppe 1: Rüthi – Diepoldsau 1:2 (1:0)

Im Spitzenkampf der zweiten Liga muss das führende Rüthi Punkte abgeben. Diepoldsau hatte über weite Strecken mehr vom Spiel und den Sieg darum nicht gestohlen, wobei beide Gäste-Tore aus umstrittenen Schiedsrichterentscheidungen hervorgingen.

Samuel Tanner

Die Voraussetzungen der beiden Equipen vor dem Spitzenspiel waren recht unterschiedlich: Da war das zweitplatzierte Diepoldsau, das mit dem Selbstvertrauen vom Sieg gegen Grabs in die Partie ging und als Verfolger befreit aufspielen konnte. Auf der anderen Seite setzte bei Rüthi zuletzt ein leichter Negativtrend ein – zudem zwangen die Abwehrspieler Zemanek (beim Einlaufen) und Eggenberger (in der zweiten Minute) mit verletzungsbedingten Ausfällen zu personellen Kurzschlüssen.

Diepoldsau spielbestimmend

Nachdem sich die Teams in den Startminuten gegenseitig neutralisierten, weckte Selcuk in der 11. Minute die Szenerie mit einem Schuss ans Aussennetz. In der Folge war es jedoch – erwartungsgemäss – der FC Diepoldsau, der das Spiel in die Hand nahm. Patrick Hutter, Blazen Colic, Antonio Paglianiti und Raphael Huber sorgten in der Offensive für die Spielgestaltung. Es gelang den Gästen jedoch nur selten, unmittelbar vor das Tor vorzudrängen. Oft verrannten sie sich im massierten Rüthner Abwehrdispositiv, teils fehlte die Konsequenz, teils das Glück. Die Mannschaft von Marco Frei konzentrierte sich indes auf das Konterspiel – jedoch fehlte im Aufbau ein konstruktives Element, meist versandeten die Bälle der Rüthner.

In der 42. Minute liess die Diepoldsauer Defensive Rüthis Thomas Mattle im Mittelfeld für einmal gewähren. Der gewiefte Mittelfeldstratege zog unangekündigt ab und erzielte aus fast 25 Metern Distanz den ersten Treffer. Somit führte Rüthi zur Pause – entgegen dem Spielverlauf – 1:0.

Umstrittener Penalty

In der 52. Minute kam es zur wohl spielentscheidenden Szene: Am linken Rand des Rüthner Strafraums duellierten sich Daniel Keel und Jürg Göldi – Keel fiel und Schiedsrichter Bührer zeigte sofort zum Penaltypunkt. Nach Spielschluss war es die meist diskutierte Aktion. Sogar im Rüthner Lager war man sich uneinig: «Das war sicher kein Penalty, das war sogar grob unsportlich», echauffierte sich Präsident Erich Heeb.

Trainer Frei nahm es gelassener, er sprach von einem streitbaren Entscheid. Zweifelsohne suchte Keel jedoch den Elfmeter. Und der Gefoulte verwertete denn souverän zum 1:1-Ausgleich.

Daniel Keel polarisierte in der zweiten Halbzeit mit einigen schauspielerischen Einlagen – war jedoch auch der spielgestaltende Mann auf dem Platz. Im defensiven Mittelfeld der Diepoldsauer zog er gekonnt die Fäden, bestimmte das Spieltempo, fungierte als verlängerter Arm von Trainer Hafner und setzte auch in der Vorwärtsbewegung Akzente. Auch nach dem Ausgleich hatten die Gäste die Oberhand, die Chancen-Anteile waren jedoch ausgeglichen. Für die Rüthner vergaben Mattle und Selcuk gute Chancen, bei den Rheininslern reüssierten Huber und Hutter in guten Abschlusspositionen nicht. Den entscheidenden 2:1-Siegestreffer erzielte Daniel Keel erneut nach einem Standard (Freistoss), erneut nach einem höchst strittigen Entscheid. Keel gab nach dem Spiel gegenüber Marco Frei sogar zu, «das muss man nicht pfeifen». Aus 25 Metern Distanz hämmerte Keel den Ball in der 85. Minute an die Mauer, wovon er unhaltbar für Rüthis Keeper Ammann ins Tor fiel. Es war bezeichnend, dass erneut ein Standard zum Tor führte – die Offensivaktionen aus dem Spiel heraus waren oft noch zu wenig konstruktiv.

Rüthi fehlte Substanz

Rüthi konnte auf die Diepoldsauer Führung nicht mehr reagieren, einerseits verwalteten die Gäste geschickt, andererseits fehlte dem Leader die Substanz: Nur drei Feldspieler sassen am Samstag auf der Bank, die Alternativen waren demnach sehr gering. Das Team von Roman Hafner rückt mit diesem Sieg bis auf einen Punkt zu Rüthi auf. Die vor der Partie gedeuteten Trends fanden ihre Fortsetzung.

Quelle: www.rheintaler.ch


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