Spielbericht Raiffeisencup 2010
FUSSBALL. Nach dem Sieg im Vorjahr reüssierte der FC
Au-Berneck auch am 15. Widnauer Hallenturnier. Den Erfolg
im Penaltyschiessen ermöglichten zwei Ex-Auer beim Finalgegner
Rüthi, die sich Fehlversuche leisteten.
Samuel Tanner
An Hallenturnieren werden oft Geschichten geschrieben, die
man sich noch während der ganzen Rückrunde erzählt.
Unterklassige Teams erreichen den Finaleinzug, Junioren leisten
ihre ersten Einsätze im Fanionteam und die Pokalfeiern
um die Fasnachtszeit sind zumeist erst in den Morgenstunden
fertig. Auch der 15. Raiffeisencup in Widnau – die inoffizielle
Rheintaler Hallenmeisterschaft – war reich an Anekdoten.
Rüthi mit neuem Trainer
Rüthi, mit dem wohl grössten Kader angereist, machte
über das ganze Turnier hinweg einen souveränen Eindruck
und überzeugte mit denselben Tugenden wie auch in der
Meisterschaft: Zusammenhalt, Kampf und Willen. Dies reichte
der Equipe von Neotrainer Marcel Müller (bisher Mittelfeldspieler
beim FCR) zum Finaleinzug gegen ein spielerisch starkes Au.
Man führte zwischenzeitlich sogar 2:0, bis zum Ende der
regulären Spielzeit glich Au-Berneck jedoch zum 2:2 aus.
Im Elfmeterschiessen gingen die Rüthner in Führung,
bis mit Livio Sanseverino und Marco Bucciol zwei Ex-Auer durch
Fehlschüsse den Auer Turniersieg ermöglichten. Trainer
Müller ärgerte sich schliesslich über Bucciols
Penalty. Er war viel zu legere geschossen.
Marc Batliner, der sich nur für das Final das Trikot
überstreifte, sorgte mit dem letzten Elfmeter für
die Entscheidung (6:5 n.P.). Eine Überraschung gelang
Rebstein.
Das junge Team von Marc Stüdli hinterliess während
den Gruppenspielen den besten Eindruck, scheiterte im Halbfinal
allerdings am späteren Turniersieger. Ein weiterer Drittligist,
St. Margrethen, startete ebenfalls stark ins Turnier (7:0
gegen Staad, 4:0 gegen Montlingen), baute gegen Ende der Gruppenphase
ab und qualifizierte sich nicht für das Halbfinale.
FCW mit Rückkehrer Istrefi
An deren Stelle setzte sich der FC Widnau durch. Einen entscheidenden
Anteil am späteren 3. Platz hatte der zurückgekehrte
Valdet Istrefi. Er erzielte auch im kleinen Final, beim 5:1-Sieg
gegen Rebstein, sein Tor und liess seine Klasse während
des ganzen Turniers aufblitzen. Generell ist es derzeit aber
ruhig, an der Transferfront. Noch kursieren vor allem Gerüchte.
So auch, dass der ehemalige St. Gallen-Profi Vincenzo Zinna
bald für Montlingen spielen soll.
«Es ist noch nichts definitiv», schmunzelten
die Montlinger Verantwortlichen am Hallenturnier. Fest stehen
zwei Zuzüge im FC Staad. Neuer Trainer ist der 42-jährige
Daniel Niederer, er kommt von Stella Azzurra Rorschach. «Wir
sind überzeugt, mit ihm die optimale Lösung gefunden
zu haben», sagte Vorstandsmitglied Helmut Wüst.
Zusätzlich spielt neu auch Firat Oezkarakaya auf dem
Bützel, er kommt von der zweiten Mannschaft Rebsteins.
Am Samstag funktionierte das Zusammenspiel noch nicht: Staad
rangierte am Tabellenende.
Auch Montlingen und Diepoldsau erreichten das gewohnte Leistungsniveau
nicht, sie waren aber auch mit einer dezimierten Mannschaft,
ergänzt mit vielen Junioren, angetreten. Der wohl meistgenannte
Hallenmythos («Auf dem Parkett ist auch für Aussenseiter
alles möglich.») bewahrheitete sich in Widnau nicht,
mit Rüthi und Au-Berneck reüssierten vor allem jene
Teams, die auf das Gros ihrer Fanionspieler zählen konnten.
Der Bericht des 4./5 Liga-Turniers vom Sonntag ist auf Seite
42 zu finden.
Halbfinale: Rebstein – Au-Berneck 3:4, Rüthi –
Widnau 4:2, Platz 3,4: Rebstein – Widnau 1:5, Final:
Rüthi – Au-Berneck 2:2 (5:6).
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