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Spielbericht

Das Passen ist des Müllers Lust

Rüthi siegt gegen St. Margrethen mit 3:1 (1:0). Nach dieser erneuten Niederlage gibt es für die Gäste keine Rettung mehr; der Abstieg in die 3. Liga ist Tatsache. Überragender Spieler war Marcel Müller, der die Stürmer mit Bällen fütterte. Rüthi – St. Margrethen 3:1 (1:0)

Yves Solenthaler

«Wir waren 70 Minuten lang die bessere Mannschaft», sagte St. Margrethens Trainer Pamminger nach dem Spiel. Das ist übertrieben, aber nicht ganz falsch: Der designierte Absteiger war bissig in den Zweikämpfen, betrieb einen unglaublich grossen Aufwand. Doch die Spielanlage war zu berechenbar, immer wieder wurde Stürmer Güney Soylu mit hohen Bällen lanciert.
Meistens stand er im Abseits, und wenn er sich gegen die keineswegs sichere Rüthner Innenverteidigung mal durchsetzte, vergab er die Chancen stets.

Effiziente Rüthner Stürmer

Rüthis Übungsleiter Franco Frisenda hob die im Vergleich dazu enorme Effektivität seines Teams hervor und die Bereitschaft seiner Spieler zum Teamwork. Aus diesem tatsächlich starken Kollektiv stach einer hervor: Mittelfeld-Motor Marcel Müller. Er lancierte in der 10. Minute Marco Bucciol auf dem linken Flügel, der Thomas Mattle mit einer idealen Flanke bediente, die dieser mühelos per Kopf zum 1:0 verwertete. Danach kontrollierten die Gastgeber das intensive, aber spielerisch durchschnittliche Spiel weitgehend. Lediglich in den 15 Minuten nach der Pause geriet Rüthi ernsthaft in Gefahr, weil die Spieler – vor allem die Innenverteidiger – viel zu weit voneinander entfernt standen. Doch das Kapital, das St. Margrethen daraus schlug, entsprach einem Absteiger: Der auffälligste Stürmer Soylu vergab nach 55 Minuten eine Riesenchance, als er allein auf Ammann losziehend viel zu schwach abschloss. Der Rüthner Goalie konnte mit einer Fussabwehr stoppen. Wenig später fiel der Ausgleich dennoch: Der stark spielende Gazi Yücekaya verwertete einen Freistoss aus über 20 Metern.

Auch hier machte Rüthis Defensive keine gute Figur: Die Mauer war so postiert, dass sie den Schützen förmlich zum Tor einlud.

Abseits oder nicht?

Doch fünf Minuten später war wieder Müller-Time: Ein blind gespielter Pass ermöglichte es Bucciol allein auf das St. Margrether Tor zu laufen, sein Abschluss fand via Pfosten den Weg ins Tor. St. Margrethen protestierte wegen Abseits.

Pamminger war nach dem Spiel noch dieser Meinung, während Frisenda fand, Bucciol sei hinter der Abwehr gestartet. Der Torschütze selbst machte sich keine Gedanken darüber: «Darauf habe ich nicht geachtet.» Und St. Margrethens Verteidiger René Buschor sah es pragmatisch: «Tor ist, wenn es der Schiedsrichter anerkennt.» Nach diesem Treffer war bei den Gästen die Luft draussen, wieder vergab Bucciol wenig später die Siegsicherung. So fiel das entscheidende 3:1 erst in der 84. Minute durch einen schönen Schrägschuss von rechts durch Daniel Büchel. Der Pass kam für einmal nicht von Müller, sondern vom eben eingewechselten Marc Schneider.

Wohl wieder ein Umbruch

Theoretisch hat St. Margrethen noch eine klitzekleine Chance, die Liga zu wahren, doch Pamminger ist kein Traumtänzer: «Wir sind abgestiegen.» Er selbst kündigte den Abschied nach der Saison an: «Die meisten Spieler sind charakterlich zu wenig gefestigt, um in der 3. Liga gleich wieder anzugreifen.

» So dürfte sich beim FC St. Margrethen wiederholen, was im Halbjahrestakt zur Gewohnheit geworden ist: Neuer Trainer und eine völlig veränderte Mannschaft.

2. Liga, Gruppe 1

Rheinblick – 180 Zuschauer – SR: Bräker (Hofstetter, Ziegler).

Tore: 10. Mattle 1:0; 60. Yücekaya 1:1, 65. Bucciol, 84. Büchel 3:1.

Rüthi: Ammann; Langenegger, Kulici, Göldi, Buschor; Büchel, Müller, Mattle, B. Schneider (73. M. Schneider); Bucciol (90. Heeb), P. Schneider (86. Schnüriger).

St. Margrethen: J. Maliqi; Perviz (86. Tatzl), Buschor, Bingöl, Fussenegger; Hajrullahu (46. Tanriverdi), Vrenezi, Yücekaya, Tahiri (72. Zejnullahu); Saiti, Soylu.

Gelbe Karten: 63. Perviz, 80. Tanriverdi, 94. Bingöl (alle Foul).

 

 

Quelle: www.rheintaler.ch


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